Boris Nikolajewitsch Jelzin
Beiträge
MOZ, Nummer 46

Neues Denken, Neue Politik

Inklusive: Ein Russe in Amerika
November
1989

Seit einigen Wochen steht der gute Boris Jelzin Kopf: „Alle meine Eindrücke über Kapitalismus, über die Vereinigten Staaten, die mir im Lauf der Jahre eingebläut wurden — sie alle haben sich um 180 Grad verändert“, durfte er anläßlich seiner Sightseeing-Tour der internationalen Presse verkünden. (…)

FORVM, No. 455

Russisches Sommertheater

Oktober
1991

Bravo, die Herren Präsidenten! Es geht einfach nicht von der Zunge, die Ereignisse in Moskau vom 19. bis zum 21. August einen „Umsturzversuch“ zu nennen. Wer wollte wen stürzen? Die Konservativen Kjutschkow, Pugo, Jasow und die anderen ihren Patron und Gesinnungsgenossen Gorbatschow? Für (…)

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Boris Jelzin (1997)Unterschrift von Boris Jelzin

Boris Nikolajewitsch Jelzin (russisch Борис Николаевич Ельцин anhören/?, wiss. Transliteration Boris Nikolaevič El'cin; * 1. Februar 1931 in Butka, Ural-Oblast (heute Rajon Taliza, Oblast Swerdlowsk); † 23. April 2007 in Moskau) war ein sowjetischer bzw. russischer Politiker. Von 1991 bis 1999 war er der erste Präsident Russlands, das erste demokratisch gewählte Staatsoberhaupt in der Geschichte Russlands.

Boris Jelzin kam als ältester Sohn von Klawdja Wassiljewna, geborene Starygin, und Nikolaj Ignatjewitsch Jelzin im Dorf Butka im Ural zur Welt.[1] Die Eltern waren Bauern. Jelzin wuchs mit zwei jüngeren Geschwistern auf.

Aus wirtschaftlicher Not musste die Familie einige Jahre später in die Stadt Beresniki ziehen. Um die Familie zu ernähren, arbeitete der Vater als Bauarbeiter, während die Mutter nachts zu Hause nähte. In Beresniki ging Jelzin zur Schule.[1]

Während der Zeit des Zweiten Weltkrieges entwendeten der junge Jelzin und Kameraden zwei RGD-33 Handgranaten aus einem Munitionsdepot. Als Jelzin später die Granate auseinandernehmen wollte, um die Funktionsweise zu studieren, explodierte sie. Im Krankenhaus wurden ihm Zeigefinger und Daumen der linken Hand amputiert.[2]

Studium und Berufstätigkeit, Heirat

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Von 1949 bis 1955 studierte Jelzin am Polytechnischen Institut des Urals in Swerdlowsk und schloss als Bauingenieur ab. Er wurde Chefingenieur und übernahm die Bauverwaltung des „Jushgorstroi“-Trusts.

Im Jahr 1956 heiratete er die Bauingenieurin Naina Iossifowna Girina, mit der er zwei Töchter bekam, 1957 Jelena und 1960 Tatjana.

Im Jahr 1961 trat Jelzin in die KPdSU ein, 1963 wurde er Leiter des Wohnungsbaukombinats in Swerdlowsk. Von 1976 bis 1985 war er als erster Sekretär des Gebietskomitees Parteichef von Swerdlowsk. 1977 befahl Jelzin auf Anordnung des Moskauer Politbüros die Zerstörung des Ipatjew-Hauses, in dem 1918 der letzte russische Zar und seine Familie von Bolschewiki umgebracht worden waren. Das Haus wurde am 27. Juli 1977 über Nacht abgerissen.[3]

Ein weiterer Schritt in seiner Parteikarriere war 1981 die Wahl ins Zentralkomitee der KPdSU, in dem er das Amt des Leiters der Abteilung für Bauangelegenheiten übernahm. Im Oktober 1985 wurde Jelzin zusätzlich 1. Sekretär des Stadtkomitees (Parteichef) von Moskau und Kandidat (nicht stimmberechtigtes Mitglied) des Politbüros. In Moskau setzte er sich persönlich gegen das Verschieben knapper Lebensmittel ein; er beendete die vorher übliche Praxis, halbfertige Mietskasernen bereits den Mietern zu übergeben, und rettete einige beliebte alte Gebäude vor dem drohenden Abriss. Anfang Mai 1986 berichtete er auf dem DKP-Parteitag in Hamburg als erster KPdSU-Politiker im Westen ausführlich über die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl.[4]

Er profilierte sich während der Perestroika als Radikalreformer und geriet dadurch sowohl mit Michail Gorbatschow als auch mit strukturkonservativen Kräften in der KPdSU in Konflikt. Schließlich verlor Jelzin seine bisherigen Ämter. Im November 1987 wurde er als Moskauer Parteichef abgelöst und im Februar 1988 von seinen Pflichten als Kandidat des Politbüros entbunden. Stattdessen war er bis 1989 1. Stellvertretender Vorsitzender der Staatlichen Baubehörde mit dem Rang eines Ministers. Auf dem XXVIII. Parteitag der KPdSU gab er am 12. Juli 1990 seinen Austritt aus der Partei bekannt.

Erste Präsidentschaftswahl

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Jelzin verfolgt Bill Clintons Spiel am Saxophon (1994)

Bei den ersten demokratischen Wahlen im März 1989 wurde Jelzin Mitglied des Kongresses der Volksdeputierten der Sowjetunion. Im Wahlkreis Moskau erhielt er dabei 89 Prozent der Stimmen. Im Mai 1989 zog er auch in den Obersten Sowjet ein und bildete dort mit anderen Reformpolitikern die erste parlamentarische Oppositionsgruppe.

Am 12. Juni 1991 wurde Jelzin bei den ersten russischen Präsidentschaftswahlen zum Präsidenten der Russischen Teilrepublik (RSFSR) gewählt und war maßgeblich an der Auflösung der Sowjetunion beteiligt. Während des Putschversuchs im August 1991 gegen Gorbatschow bezog er öffentlich Stellung gegen die Putschisten und verschanzte sich im Weißen Haus in Moskau, das von der Bevölkerung erfolgreich gegen Angriffe verteidigt wurde. Der Machtverfall der KPdSU und der Zerfall der Sowjetunion waren nun nicht mehr aufzuhalten. Im November 1991 erließ Jelzin ein Dekret, das die bisherige Staatspartei auf dem Gebiet der RSFSR verbot. Er und seine Amtskollegen Leonid Krawtschuk (Ukraine) und Stanislau Schuschkewitsch (Belarus) erklärten am 8. Dezember 1991 in den Belowescher Vereinbarungen, dass die Sowjetunion „ihre Existenz beendet“ habe[5] und gründeten die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Jelzin war nunmehr Präsident eines unabhängigen Russlands. Das Parlament der Ukraine hatte diese zuvor am 24. August 1991 für unabhängig erklärt; bei einem am 1. Dezember 1991 abgehaltenen Referendum bestätigte die Mehrheit der Wahlberechtigten diese Entscheidung (siehe Geschichte der Ukraine (seit 1991)).

Präsidentschaft

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Jelzin während seiner Rücktrittsrede am 31. Dezember 1999

Boris Jelzin wurde bei der Präsidentschaftswahl am 12. Juni 1991 gewählt und 1996 wiedergewählt. Er war bis zu seinem Rücktritt am 31. Dezember 1999 im Amt, also insgesamt 8½ Jahre.

Im Laufe des Jahres 1991 stellte er ein Team aus Wirtschaftsreformern unter der Leitung von Jegor Gaidar zusammen. Diese entschieden sich, Polens „Schocktherapie“ als Modell für die Umstellung auf den Kapitalismus heranzuziehen.[6] Im Oktober 1991 kündigte Jelzin eine Aufhebung aller Preiskontrollen mit 1. Januar 1992 an.[7] Um die Inflation zu kontrollieren, wurden ein Austeritätsregime eingeführt und Staatsausgaben für das Sozialsystem und Förderungen gekürzt. Nach dem Beispiel der Tschechoslowakei wurde eine Coupon-Privatisierung durchgeführt, jedoch gelangten die an alle Bürger ausgegebenen Gutscheine für den Erwerb von Aktien ausgewählter Staatsunternehmen schnell an Zwischenhändler, die sie an die Nomenklatura weiterverkauften.[8] Dies trug wesentlich zum Entstehen der postsowjetischen Oligarchie bei. Laut dem US-amerikanischen Journalisten Paul Klebnikow waren 1993 "zwei Drittel des gesamten russischen Handels mit dem organisierten Verbrechen verknüpft".[9] Im selben Jahr "hatte sich die Verflechtung von Politik und Unterwelt bis in die höchsten Ebenen des Staatsapparats fortgesetzt."[10] 1993 gab es 29.200 Morde in Russland.[11]

Früh kam es zu Verwerfungen in Jelzins Regierung. Der nationalistische, der Armee nahestehende Vizepräsident Alexander Ruzkoi kritisierte die Regierung für den „ökonomischen Völkermord“ und forderte ein hartes Vorgehen gegen tschetschenische Separatisten.[12] Jelzin kam zunehmend in Konflikt mit dem Volksdeputiertenkongress (dem gewählten Parlament). In der Verfassungskrise 1993 löste er das Parlament, das sich seinen Wirtschaftsreformen widersetzt hatte, ohne Rechtsgrundlage auf. Daraufhin enthob das Parlament Jelzin seines Amtes und ernannte den bisherigen Vizepräsidenten Ruzkoi zum neuen Präsidenten. Jelzin setzte sich mit Hilfe des Militärs aber durch. Er ließ Panzer auffahren und befahl der Armee, das Parlamentsgebäude zu stürmen und in Brand zu setzen.[13]

Während seiner Regierungszeit geriet Russland in eine schwere Wirtschaftskrise, in der sich das Bruttonationaleinkommen halbierte. "Millionen Russen aus der Mittelschicht hatten mit der Wertminderung des Rubels ihre Lebensersparnisse verloren", schrieb die kanadische Schriftstellerin Naomi Klein.[14] "Aufgrund abrupter Subventionskürzungen erhielten Millionen von Arbeitern monatelang keinen Lohn", so Klein weiter. Ungeachtet aller innenpolitischen Probleme nahm Jelzin als erster russischer Präsident am G-7-Gipfeltreffen der westlichen Industrienationen am 8. Juli 1994 in Neapel teil. Jelzins Popularität sank so stark, dass seine Wiederwahl 1996 gefährdet schien. Wahlhelfer aus den USA und die Unterstützung von Oligarchen sorgten dafür, dass er dennoch die Präsidentschaftswahlen gewann.[15] Die Wirtschaftsmisere ging weiter, unter anderem wegen des Rückgangs der Rohölpreise während der Asienkrise (1997/1998). Am 17. August 1998 war Russland zahlungsunfähig, sogar die Guthaben auf Privatkonten wurden eingefroren.

In Jelzins Amtszeit fiel auch der Erste Tschetschenienkrieg (1994 bis 1996).

Gerüchte über eine Alkoholkrankheit Jelzins gab es während seiner ganzen Amtszeit.[16] So habe Jelzin 1994 in Berlin ein Orchester, welches anlässlich des Abzugs der russischen Truppen aus Deutschland spielte, in stark alkoholisiertem Zustand „dirigiert“ und sei auch bei öffentlichen Wahlkampfauftritten betrunken gewesen.[17][18]

Am 31. Dezember 1999 erklärte Jelzin seinen Rücktritt, er übergab um 12 Uhr Moskauer Zeit die Regierungsgeschäfte an Ministerpräsident Wladimir Putin. Eine der ersten Amtshandlungen Putins garantierte Jelzin und seiner Familie dann die Freiheit vor Strafverfolgung (Amnestie).[19]

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Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl und Boris Jelzin 2000 auf der Frankfurter Buchmesse

Gesundheitlich war Jelzin bereits seit Ende seiner Amtszeit als russischer Präsident stark angeschlagen. Mehrere Herzinfarkte hatten in den 1990er Jahren Bypassoperationen notwendig gemacht.

Laut dem US-amerikanischen Politikwissenschaftler und US-Vizeaußenminister Strobe Talbott erzählte Jelzin vor seinem Tod ihm nahe stehenden Personen, dass es ein großer Fehler gewesen sei, Putin als seinen Nachfolger auszuwählen.[20]

Tod und Beisetzung

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Jelzins Grab auf dem Nowodewitschi-Friedhof im Mai 2007
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Gedenkstein auf Jelzins Grab mit dem Aussehen der Flagge Russlands (2008)

Jelzin starb am Nachmittag des 23. April 2007 um 15:45 Uhr im Alter von 76 Jahren im Moskauer Regierungskrankenhaus an Herzinsuffizienz. Mehr als 25.000 Trauernde zogen an seinem in der russisch-orthodoxen Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau aufgebahrten Sarg vorbei und erwiesen dem Toten die letzte Ehre.[21]

Das Requiem wurde am 25. April 2007 in der Christ-Erlöser-Kathedrale abgehalten. Neben der russischen Prominenz um Wladimir Putin und Michail Gorbatschow waren unter anderem George Bush sen., Bill Clinton, John Major, Horst Köhler und EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner anwesend. Die Zelebranten waren der Metropolit Juwenali von Krutizy und Kolomna, Metropolit Kyrill von Smolensk und Kaliningrad (der spätere Kyrill I.) und Metropolit Kliment von Kaluga und Borowsk.[22] Im Anschluss an die Totenmesse wurde der Sarg auf einer Geschützlafette durch das Zentrum Moskaus zum Friedhof des Neujungfrauenklosters gefahren, wo Jelzin seine letzte Ruhe fand.

Es war das erste Staatsbegräbnis nach russisch-orthodoxem Ritus seit mehr als 100 Jahren.[23] Auch in Jekaterinburg, wo Jelzin studiert hatte, und in seinem westsibirischen Heimatdorf Butka wurden Trauerfeiern abgehalten.[24] Die KP-Fraktion im russischen Parlament verweigerte am Tag der Beisetzung eine Schweigeminute für den ersten Präsidenten des postsowjetischen Russlands mit der Begründung, dass man niemals den Zerstörer des Vaterlandes ehren werde.[25]

Am ersten Jahrestag nach Jelzins Tod wurde ein monumentaler Gedenkstein enthüllt, der auf seinem Grab liegt.[26] Der Grabstein ist in den russischen Nationalfarben gestaltet, er besteht aus weißem Marmor, einem blauen Mosaik und rotem Porphyr.[27] Auch mit seiner wallenden Oberfläche erinnert er an die Flagge Russlands. Bei der Enthüllung des Denkmals hielt Präsident Putin eine kurze Ansprache.[28][26]

1996 erhielt Jelzin den Deutschen Medienpreis in Baden-Baden. 2002 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Jerewan verliehen.[29]

2006 zeichnete ihn die lettische Präsidentin Vaira Vīķe-Freiberga mit dem höchsten Orden Lettlands für seine „historische Rolle“ bei der „Befreiung Lettlands“ aus.

Jelzin-Zentrum in Jekaterinburg

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Jelzin-Zentrum in Jekaterinburg, im Vordergrund das Jelzin-Denkmal

Im Jahr 2008 wurde der Bau eines neuen Jelzin-Zentrums in seiner Heimatstadt Jekaterinburg beschlossen, bestehend aus einem Museum mit Archiv und Bibliothek.[30] Zu dieser Zeit gab es in Jekaterinburg bereits ein Boris-Jelzin-Zentrum mit Bezug zum Uralgebiet. Dort wurden Schriftstücke, Bücher und Fotografien zu Jelzin ausgestellt, die vor allem mit seinen Regierungsjahren in der Swerdlowsker Region zu tun haben.[31]

Das neue Jelzin-Zentrum wurde im November 2015 eröffnet. Unter den Ehrengästen waren Wladimir Putin, Dmitri Medwedew, Jelzins Witwe Naina und seine Tochter Tatjana.[32][33] Kernstück des Zentrums ist das Boris-Jelzin-Museum, das Jelzins Biografie und die jüngere Geschichte Russlands in neun Ausstellungsbereichen darstellt.[34]

Jelzin als Namensgeber

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Bereits im Jahr 2002, zu Jelzins Lebzeiten, wurde der Pik Jelzin, ein Berg in Kirgisistan, nach Jelzin benannt.

Im Jahr 2008 wurde beschlossen, in Jelzins Heimatstadt Jekaterinburg die Staatliche Technische Universität des Uralgebiets nach ihm zu benennen.[35] Die Staatliche Technische Universität ging in der 2010 gegründeten Uralischen Föderalen Universität in Jekaterinburg auf. Deren offizieller Name lautet „Uralische Föderale Universität benannt nach dem ersten Präsidenten Russlands B. N. Jelzin“.

Im Jahr 2008 wurde außerdem beschlossen, eine Hauptstraße im Zentrum von Jekaterinburg nach Boris Jelzin zu benennen.[35] An dieser Straße wurde das Jelzin-Zentrum (siehe oben) errichtet.[36]

Am 27. Mai 2009 wurde die „Bibliothek des Präsidenten B. N. Jelzin“ in Sankt Petersburg durch den russischen Präsidenten Dmitri Medwedew eingeweiht.[37] Sie befindet sich in einem Teil der ehemaligen Senats- und Synodengebäude im Zentrum der Stadt.[37] Auf der offiziellen Website wird die Bibliothek allerdings nur als „Präsidentenbibliothek“ bezeichnet, Jelzins Name ist kaum zu finden.[38] Auf einer Seite mit allgemeinen Informationen wird lediglich angemerkt, „das Staatsoberhaupt“ habe am 26. April 2007 dem Parlament „empfohlen“, die Bibliothek nach Jelzin zu benennen.[39]

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Das Jelzin-Denkmal in Jekaterinburg mit der Inschrift „Jelzin“

Der im Jahr 2008 enthüllte Gedenkstein auf Jelzins Grab, der der russischen Flagge nachempfunden ist (siehe oben), wurde in Pressetexten als Denkmal bezeichnet.[28][26]

Seit 2011 gibt es ein Jelzin-Denkmal in Jekaterinburg: eine 10 Meter hohe[40] Stele aus weißem Marmor, auf der ein stehender Jelzin als Relief dargestellt ist. Das Denkmal befindet sich mittig am Fuß der breiten Treppe, die zum Jelzin-Zentrum führt. Auf dem grauen Sockel steht mit großen weißen Buchstaben der Name „Jelzin“. Das Denkmal wurde zu Jelzins 80. Geburtstag am 1. Februar 2011 enthüllt. Der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew nahm teil und hielt eine Ansprache.[41]

Seit 2013 erinnert eine Gedenktafel in Tallinn an Jelzin.

Veröffentlichungen

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  • Aufzeichnungen eines Unbequemen. Aus dem Russischen von Annelore Nitschke. Droemer Knaur, München 1990, ISBN 3-426-26467-6.
  • Die Alternative. Demokratie statt Diktatur. Mit weiteren Beiträgen von Ruslan Chasbulatow, Grigori Jawlinski und Viktor Jaroschenko (mit der Rede Jelzins „An die Bürger Rußlands“ vom 19. August 1991), Goldmann, München 1991.
  • Auf des Messers Schneide. Tagebuch des Präsidenten. Siedler, Berlin 1994, ISBN 3-88680-520-4.
  • Mitternachtstagebuch. Meine Jahre im Kreml. Propyläen, Berlin/München 2000, ISBN 978-3-5490-7120-5.

In der bibliographischen Internet-Datenbank RussGUS werden zum Suchbegriff „Jelzin, B.“ mehr als 3000 Literaturnachweise gefunden.[42]

  • Lilia Shevtsova: Yeltsin's Russia: Myths and Reality. Brookings Institution Press, 1999 (vgl. Rezension[43]).
  • Leon Aron: Yeltsin: A Revolutionary Life. St. Martin's Press, New York 2000. ISBN 978-0312251857 (vgl. Rezension[44]).
  • Barbara Kerneck-Samson: Boris Jelzin – Ein Porträt. Heyne, München 1991, ISBN 3-453-04451-7.
  • John Morrison: Boris Jelzin – Retter der Freiheit. Ullstein, Berlin 1991, ISBN 3-550-07510-3.
  • Wladimir I. Solowjow; Elena Klepikowa: Der Präsident. Boris Jelzin – Eine politische Biographie. Rowohlt, Berlin 1992, ISBN 3-87134-043-X.
  • Wolfgang Strauß: Drei Tage, die die Welt erschütterten. Vom Untergang des sowjetischen Multikulturalismus – Boris Jelzin und die russische Augustrevolution. Gesamtdeutscher Verlag, Wesseling 1992, ISBN 3-928415-04-2.
  • Oleg M. Popzow: Boris Jelzin. Der Präsident, der nicht zum Zaren wurde – Russland und der Kreml 1991–1995. Edition Q, Berlin 1995, ISBN 3-86124-226-5.
  • Ljew Suchanow: Drei Jahre mit Jelzin: Aufzeichnungen des engsten Mitarbeiters. Coppenrath, Münster 1995, ISBN 3-8157-1295-5.
  • Heiko Pleines: Wirtschaftseliten und Politik im Russland der Jelzin-Ära (1994–1999). LIT, Münster 2003, ISBN 978-3-8258-6561-0.
Commons: Boris Jelzin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b Boris Jelzin: Исповедь на заданную тему, 1990 (Memento vom 20. Oktober 2014 im Internet Archive), S. 12.
  2. Boris Minayev: Boris Yeltsin: The Decade that Shook the World. Glagoslav Publications, 2018, ISBN 9781784379247, S. 11–12 (online).
  3. 1977. Abgerufen am 12. Juli 2025 (amerikanisches Englisch). 
  4. Hau doch ab. In: Der Spiegel. Nr. 33, 1986 (online). 
  5. Россия, Украина и Беларусь создают Содружество Независимых Государств. In: Интерфакс. Abgerufen am 7. Januar 2022.
  6. Tobias Straumann: Warum wurde Polen zur Demokratie und Russland zur Diktatur? In: Neue Zürcher Zeitung. 9. Februar 2024, ISSN 0376-6829 (Online [abgerufen am 27. Juli 2024]). 
  7. David E. Hoffman: The Oligarchs: Wealth and Power in the New Russia. PublicAffairs, New York 2001, ISBN 978-1-58648-001-1, S. 177–178, 182, 184 (englisch). 
  8. The Paris Globalist Team: Voucher privatization in Russia: a nationalistic and capitalistic policy? In: The Paris Globalist. 13. April 2016, abgerufen am 22. Februar 2022 (amerikanisches Englisch). 
  9. Paul Klebnikow: Der Pate des Kreml. Boris Beresowski und die Macht der Oligarchen. 1. Auflage. Econ Verlag, München 2001, ISBN 3-430-15475-8, S. 49. 
  10. Paul Klebnikow: Der Pate des Kreml. Boris Beresowski und die Macht der Oligarchen. 1. Auflage. Econ Verlag, München 2001, ISBN 3-430-15475-8, S. 59. 
  11. Paul Klebnikow: Der Pate des Kreml. Boris Beresowski und die Macht der Oligarchen. 1. Auflage. Econ Verlag, München 2001, ISBN 3-430-15475-8, S. 53. 
  12. Yeltsin Deputy Calls Reforms 'Economic Genocide' - The New York Times. 2. November 2021, archiviert vom Original am 2. November 2021; abgerufen am 22. Februar 2022 (englisch). 
  13. Naomi Klein: Die Schock-Strategie. Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-17407-2, S. 317. 
  14. Naomi Klein: Die Schock-Strategie. Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-17407-2, S. 312. 
  15. "Eine verdammte Lüge". In: Der Spiegel - Online-Ausgabe. 14. Juli 1996, abgerufen am 9. Juni 2026. 
  16. Boris Nikolajewitsch Jelzin. Russischer Ex-Präsident. Gestorben 2007. Russland-Aktuell; zuletzt aktualisiert am 29. Oktober 2010
  17. Jelzin brachte Russen Freiheit – und Chaos. Handelsblatt; zuletzt aktualisiert am 23. April 2007
  18. deutschlandfunk.de: Populistischer Reformator. Abgerufen am 27. November 2022. 
  19. Russland vor der Wahl: Wie Wladimir Putin das Land veränderte. 10. März 2018, abgerufen am 27. Juli 2024. 
  20. Putins Weg in den Krieg, auf YouTube - Original: Putin's Road to War, PBS, Minute 19
  21. Russen nehmen Abschied von Jelzin – 25 000 Trauernde am Sarg in Erlöser-Kathedrale. RIA Novosti, 25. April 2007
  22. Trauerfeier für Jelzin in Christ-Erlöser-Kathedrale – Clinton und Bush senior erwartet. RIA Novosti, 24. April 2007
  23. Die Welt nimmt Abschied von Boris Jelzin. (Memento vom 21. September 2007 im Internet Archive) AOL, 26. April 2007
  24. Russen veranstalten Trauerfeiern in Jelzins Heimat. RIA Novosti, 25. April 2007
  25. Internationale Staatsgäste nehmen Abschied von Jelzin. In: Süddeutsche Zeitung. 10. Mai 2010, abgerufen am 10. Februar 2026. 
  26. a b c „Jelzin war ein mutiger, kühner Führer Russlands“ welt.de, 23. April 2008.
  27. Julia Hakobyan: Art Offering, in: AGBU Magazine, Mai 2010, siehe erster Absatz.
  28. a b A monument to First President of Russia Boris Yeltsin has been unveiled at Novodevichye Cemetery en.kremlin.ru, 23. April 2008.
  29. Liste der Ehrenbürger von Jerewan, Internetseite der Stadt Jerewan
  30. Yeltsin Center to Open in Ekaterinburg. (Memento vom 7. Juni 2008 im Internet Archive) kommersant.com, 28. Mai 2008.
  31. Yeltsin Center to Open in Ekaterinburg. (Memento vom 7. Juni 2008 im Internet Archive) kommersant.com, 28. Mai 2008. Siehe zweiter Absatz, Zitat: „In addition, the public Urals Boris Yeltsin Center also exists. It exhibits documents, books and photographs of the first president that are mainly connected with his years in Sverdlovsk Region.“
  32. Opening of the Boris Yeltsin Presidential Centre en.kremlin.ru, 25. November 2015.
  33. Putin weiht Museum für seinen Vorgänger Jelzin ein swissinfo.ch, 26. November 2015.
  34. Offizielle Website des Boris-Jelzin-Museums (englisch).
  35. a b Remembering First Pres. Boris Yeltsin. (Memento vom 19. September 2011 im Internet Archive) In: Kommersant, 23. April 2008.
  36. Ulitsa Borisa Yel'tsina (Boris-Jelzin-Straße) und das Jelzin-Zentrum in Jekaterinburg bei Google Maps.
  37. a b St. Petersburg: Medwedew weiht Jelzin-Gedenk-Bibliothek ein rp-online.de, 28. Mai 2009.
  38. Offizielle Website der Präsidentenbibliothek (englisch).
  39. General Information auf der offiziellen Website der Präsidentenbibliothek (englisch). Siehe Kasten Milestones, Angabe zum 26. April 2007.
  40. Monument Unveiled For Russia’s Boris Yeltsin cbsnews.com, 1. Februar 2011.
  41. Monument to Russia’s first President Boris Yeltsin unveiled in Yekaterinburg en.kremlin.ru, 1. Februar 2011.
  42. Trefferliste zur Suche nach Jelzin, B. in der Datenbank RussGUS.
  43. Rezension zu Yeltsin's Russia: Myths and Reality, cosmopolis.ch, 15. Oktober 1999.
  44. Rezension zu Yeltsin: A Revolutionary Life, in: Foreign Affairs, Mai/Juni 2000.